Was ist die Bobaththerapie?

Sie geht von der Neurophysiologie des Menschen aus und bezieht diesen mit seiner ganzen Persönlichkeit ein. Das bedeutet für uns Therapeuten interdisziplinär zu denken und zu arbeiten und die Familien mit einzubeziehen. Die Bobaththerapie versteht sich heute als

Therapeutische Maßnahme zur Unterstützung der
Eigenregulierung von Haltung und Bewegun
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Was bedeutet das? Der Behandlungsansatz nimmt Bezug auf die menschliche Entwicklung, die gekennzeichnet ist durch das Zusammenwirken sensomotorischer, emotionaler, geistiger Komponenten in der Auseinandersetzung im sozialen und gegenständlichen Umfeld.

Hier wird schon die Individualität deutlich, die berücksichtig wird. Die Therapie setzt schon beim „handling“ ein. Übersetzt heißt das „Hand-anlegen“, d.h. taktil, propriozeptiv, vestibulär. Hier werden schon die drei Basissinne angesprochen. Im weitern Verlauf der Entwicklung soll durch die Therapie die Handlungskompetenz gefördert werden. Diese kann sich dann entwickeln, wenn der kleine Patient Ziele verfolgen kann, die für ihn selbst bedeutungsvoll sind (Motivation). Unter solchen Bedingungen kann optimale Eigenaktivität entstehen.

Ball

 

Für den Kindertherapeuten heißt das, sich an dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes zu orientieren und zu beobachten, welche Eigenaktivitäten und Fähigkeiten das Kind zeigt. Als Leitfaden dienen mir die Meilensteine der kindlichen Entwicklung, aber nicht unbedingt in einer zeitlich am biologischen Alter des Kindes gemessenen Reihenfolge. Vielmehr spielt die Qualität der Bewegung und die physiologisch vorgegebene Reihenfolge eine Rolle. Die sensomotorische Entwicklung ist die Voraussetzung für die späteren intellektuellen Anforderungen in der Schule.